Marugumi-Obijime ©KIMONO-KIMONO

Marugumi-Obijime: die rund geflochtene Obikordel

Marugumi-Obijime: rund geflochtene Pracht

Die Marugumi-Obijime (丸組) wird auch einfach „Marugumi“ genannt. Auf Deutsch heißt das „rundgeflochten“.

Grüne Marugumi-Obijime / Green Marugumi Obijime / 丸組帯締め © KIMONO-KIMONO

Grüne Marugumi-Obijime ©KIMONO-KIMONO

Der Querschnitt ist rund bzw. rundlich. Sie ist verhältnismäßig weich und leicht zu binden.
Die Marugumi hat normalerweise keine Vorder- oder Rückseite. Auch für Ungeübte ist daher dieser Typ Obikordel sehr gut geeignet. Denn hier muss im Normalfall nicht darauf geachtet werden, dass die Vorder- und Rückseite beim Knoten richtig herum liegen! Ausnahmen gibt es allerdings auch (Details dazu weiter unten…)

Formalitätsgrade

Auch bei diesem Typ Obijime gibt es unterschiedliche Formalitätsgrade. Von alltäglich bis formell ist alles dabei. Als Richtlinie gilt: je formeller der Anlass desto prächtiger die Obijime. Und natürlich spielt auch hier wieder der Anteil von Gold- und Silberakzenten eine große Rolle.

Die einfachen Modelle

Für das Alltags-Outfit wählt man Marugumi-Obijime, die wesentlich simpler gestaltet sind als die formellen Varianten.

Glatte Marugumi-Obijime Hell-Bordeauxrot / Smooth Marugumi Obijime Light Wine-Red © KIMONO-KIMONO

Glatte Marugumi-Obijime für Alltagskimono ©KIMONO-KIMONO

Sie sind oft einfarbig und ohne auffällige Raffinessen oder Blickfänger. Hier geht es nicht darum, aufzufallen und daher gehören Gold- und Silberakzente nicht in eine Alltags-Obijime. Es können aber zum Beispiel Farbwechsel oder Farbverläufe zu sehen sein. Oder es kommen variierende Flechtmuster oder Flechtmotive mit nicht ganz so auffälligen Farben vor. Hier kann man auf dezente Weise schicke Akzente einsetzen, die erst beim zweiten Blick auffallen.

Die Halbformellen

Bei dieser Zwischenstufe ist ein bisschen mehr Pracht im Spiel. Da können Perlen und auffällige Flechttechniken im Spiel sein, eventuell ein Hauch Gold oder Silber – aber nicht zu viel. Mehrfarbigkeit und mehrere Stränge können die Blicke auf die Kunst der Kumihimo-Flechttechnik lenken.

Rötlich-pinke Marugumi-Obijime / reddish-pink marugumi obijime © KIMONO-KIMONO

Halbformelle Marugumi-Obijime ©KIMONO-KIMONO

Solche Marugumi-Obijime trägt man natürlich nicht zum Alltagskimono. Gerne kann man sie zum Tsukesage oder Hômongi-Kimono kombinieren, die zu den halbformellen Kimono zählen. Besonders prächtige Exemplare kann man allerdings auch zu manchen formellen Kimono tragen.
Der Übergang von halbformell zu formell ist fließend.

Die Formellen

Formelle, mehrsträngige Marugumi-Obijime mit interessantem Flechtmuster, Goldakzenten und Perlenbesatz ©KIMONO-KIMONO

Formelle, mehrsträngige Marugumi-Obijime mit interessantem Flechtmuster, Goldakzenten und Perlenbesatz ©KIMONO-KIMONO

Zu einem Furisode-Kimono wird normalerweise eine recht dicke Marugumi-Kordel getragen. Besonders beliebt sind dabei die farbenprächtigeren Modelle, gerne zusätzlich mit Gold- und Silberakzenten und oft auch mehrsträngig. Bei den mehrsträngigen Modellen wiederum gibt es oft eine besonders schöne Vorderseite, ungefähr dort, wo der Knoten gebunden wird. Meistens sind hier noch Perlen oder ähnliche Blickfänger eingeflochten. In solchen Fällen muss man dann auch darauf achten, dass der Knoten richtig herum gebunden wird.

Marugumi-Obijime Gold Silber / Gold & Silver Marugumi Obijime © KIMONO-KIMONO

Formelle Marugumi-Obijime in Gold und Silber ©KIMONO-KIMONO

Andere formelle Marugumi-Obijime sind einfach golden oder silbern bzw. eine Kombination daraus. Grundsätzlich gilt wie bei allen Kimono-Accessoires: mehr Gold und Silber erhöht den Formalitätsgrad. Wer sich diese Faustregel merkt, ist auf der sicheren Seite.

Marugumi-Obijime: beliebt bei Jüngeren

Generell zeichnet sich heutzutage die Tendenz ab, dass Marugumi-Obijime eher von den jüngeren Kimonoträgerinnen verwendet werden. Vor allem dann, wenn sie besonders auffällig gestaltet sind. Die dünneren Marugumi, insbesondere solche mit dezenteren Farben, werden bevorzugt mit fortschreitendem Alter getragen. Allerdings gibt es hierfür keine starre Regel. Daher sollte man nach eigenem Geschmack verfahren und auf der Basis der Formalitätsregeln.
Tatsache ist jedoch, dass nicht die Maugumi die beliebteste Obijime ist, sondern die Hiragumi (mehr dazu im Artikel „Hiragumi-Obijime: Obikordel für alle Zwecke„).

Material der Marugumi

Hier gibt es von Seide über Polyester bis hin zu Pflanzenfasern wie Ramie eine gewisse Bandbreite. Formelle Obijime sind generell aus Seide, daran ist nicht zu rütteln. Für Alltags-Obijime können auch Pflanzenfasern oder Polyester etc. gewählt werden.
Aus Seide locker geflochtene Obikordeln neigen dazu, schneller zu verschleißen. Solche mit festem oder dichtem Flechtmuster halten sehr lange, auch bei häufigem Gebrauch. Ramie-Obijime erfreuen sich einer extrem hohen Lebensdauer und Widerstandsfähigkeit. Polyester liegt hier im Mittelfeld.

Mehr Wissenswertes über Obijime gibt es hier

Für Einsteiger und Fortgeschrittene gibt es noch mehr interessante Artikel über Marugumi, Hiragumi und Maruguke:

Obijime im Shop

Neben Maruguke-Obijime finden Sie natürlich auch Marugumi- und Hiragumi-Obijime im Sortiment von KIMONO-KIMONO. Hier entlang geht es direkt zu den Obijime!

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