Brokat-Maruguke-Obijime Altrosa-Silber / Maruguke Brocade Pink-Silver © KIMONO-KIMONO

Maruguke-Obijime: die runde Obikordel aus Stoff

Maruguke-Obijime: Obikordel mit Stoffmantel

Maruguke-Obijime, auch einfach „Maruguke“ genannt,  sind die einzigen Obijime, die nicht geflochten sind. Es sind gepolsterte Stoffschläuche, normalerweise aus Seide oder Polyester, andere Textilien sind natürlich auch denkbar.

Maruguke Obijime - Knoten / knot of a maruguke obijime © KIMONO-KIMONO

Maruguke Obijime – Knoten © KIMONO-KIMONO

„Maruguke“ (丸ぐけ) heißt etwa „rund genäht“ („maru“ = rund, „guke“ von „kuke“ = Blindstich).
Maruguke sind mit ca. 1cm Durchmesser relativ dick und haben einen kreisförmigen Querschnitt. Der Knoten einer Maruguke ist eher dick. Maruguke-Obijime sind nicht so zugfest wie die geflochtenen Kordeln, Marugumi und Hiragumi. Sie sind zwar voluminöser als die geflochtenen Obijime, aber dennoch weniger robust als diese. Auch sind sie insbesondere bei Brokat steifer und lassen sich nicht so vielseitig binden wie die in Kumihimo-Technik geflochtenen Obijime.

Die Kordelfransen

Die Enden der Maruguke können mit oder ohne Fransen gestaltet sein. Ganz einfache Modelle haben keine Fransen. Meistens sind die Fransen überhaupt nur sehr kurz oder spärlich im Vergleich zu anderen Obijime-Typen. Die Fransen können aus den Kettfäden des Kordelgewebes bestehen oder zusätzlich angebracht sein.

Braut & Co. und anderswo

Heutzutage werden diese Obikordeln am ehesten beim Braut-Outfit verwendet. In diesem Fall sind sie dann weiß oder rot. Die starren Farbregeln werden allerdings allmählich aufgebrochen. Daher trägt die Braut von heute auch gerne mal Farben wie Lila oder Gold.

Maruguke-Obijime für die Hochzeit ©Gina Schmitz

Maruguke-Obijime für die Hochzeit ©Gina Schmitz

Maruguke in kräftigen Farben werden auch gerne von jungen Frauen zum formellen Furisode-Outfit getragen.

Früher zählten Maruguke eher zum Kimono-Outfit für den Alltag. Mittlerweile werden sie insgesamt seltener getragen, können aber immer noch auch zu Alltagskimono gebunden werden. In diesem Fall wählt man einen Stil und Farben, die dem Alter und dem Sozialstatus angemessen sind. Selbstverständlich bleibt die Farbe Schwarz nach wie vor dem Trauerfall vorbehalten!

Was eine Hiragumi-Obijime ist, erfahren Sie hier…

… und hier finden Sie mehr über die Marugumi-Obijime.

Welchen Durchmesser hat eine Maruguke?

Maruguke-Obijime sind meistens ca. 1 Zentimeter dick. Es gibt aber auch dünnere Modelle von ca. 5-8 Millimetern. Oder solche, die dicker sind als 1 cm. Allerdings sind dünnere Maruguke generell nicht so belastbar wie die dickeren Modelle. Je dicker die Maruguke, desto stabiler die Kordel und desto größer der Knoten. Wer den dicken Knoten nicht mag, kann zu einer etwas dünneren Maruguke greifen. Oder einfach einen anderen Obijime-Typ wählen.

Die Länge der Maruguke

Dass Japanerinnen sehr schlank sind, ist kein Geheimnis. Eine Nebenwirkung ist allerdings, dass Obijime für westliche Taillen oft zu kurz sind. Standardlängen von 140-150 cm dürften in vielen Fällen nicht ausreichen.
Als Faustformel für eine gute Obijime-Länge gilt auch hier: Taillenumfang in cm x 1,9. Für eine Taille von 90cm sind das folglich +/- 170 Zentimeter.

Mehr über die Faustformel für die richtige Obijime-Länge hier…

Mit dieser Faustformel ist gewährleistet, dass genug Länge für den Knoten und die Enden bleibt. Denn diese sollten nicht direkt neben dem Knoten eingesteckt werden, sondern idealerweise möglichst weit rechts und links am Obi. Also dort, wo die Arme herabhängen.
Auch bei festlichen Mädchenkimono-Outfits werden gerne Maruguke verwendet; diese sind dann natürlich verhältnismäßig kürzer als die Exemplare für Frauen, z.B. 120 cm.

Was ist drin?

Das Polstermaterial in einer Maruguke-Obijime kann Watte sein, Wolle oder Baumwolle. Bevorzugt verwendet man Bündel aus dickerem Woll- oder Baumwollgarn. Diese werden nach dem Nähen des Stoffschlauchs von einem Ende zum anderen durch den Schlauch gezogen. Wolle ergibt dabei ein weicheres Polster als Baumwolle.

Maruguke-Obijime selber nähen

Eine Maruguke-Obijime kann man selber anfertigen. Man näht aus einem langen, schmalen Stoffstreifen von ca. 3cm Breite (inkl. 1cm beidseitige Saumzugabe an den langen Kanten) einen Schlauch. Diesen füllt man mit Watte oder Woll- bzw. Baumwollgarn. Nicht zu wenig, sonst wird die Obijime zu weich!
Zugegeben, das Füllen mit Watte kann etwas mühselig sein. Aber mit Woll- oder Baumwollgarn geht es sehr gut!
Nach dem Polstern werden die Enden von Hand zugenäht oder zugebunden und nach Belieben veredelt. Man kann hier zum Beispiel auch eine Troddel anbringen oder die Enden einfach unverziert lassen.
Einfach mal ausprobieren!

Mehr Wissenswertes über Obijime gibt es hier:

Obijime im Shop

Neben Maruguke-Obijime finden Sie natürlich auch Marugumi- und Hiragumi-Obijime im Sortiment von KIMONO-KIMONO. Hier entlang geht es direkt zu den Obijime!

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