Kimono-Arten (by V.Nagata)

Welche Kimono-Arten gibt es?

Übersicht über die verschiedenen Kimono-Arten

Sie sehen hier die Kimono-Arten mit ihren jeweiligen Bezeichnungen, Abbildungen und einigen Details zu den typischen Merkmalen.

Tomesode (w)

Der Tomesode ist die formellste der Kimono-Arten für verheiratete Frauen. Er wird z.B. zu Hochzeiten und anderen Festlichkeiten getragen. Das Muster verteilt sich ausschließlich über den Saum bis in Oberschenkelhöhe.

Kimono-Arten: Kurotomesode (by V.Nagata)

Kimono-Arten: Kurotomesode

Unterart Kurotomesode: Sehr formeller Tomesode mit schwarzer Grundfarbe. Muster nur am unteren Rand des Kimono. Die Ärmelschleppe reicht bei seitlich ausgestrecktem Arm maximal bis zur Hüfte. 3 oder 5 Familienwappen (kamon) auf Brust, Rücken und Ärmeln.

IrotomesodeKimono-Arten: Irotomesode (by V.Nagata)

Kimono-Arten: Irotomesode

Unterart Irotomesode: Sehr formeller Tomesode mit Muster nur am unteren Rand des Kimono auf einfarbigem, nicht schwarzem Hintergrund. Die Ärmelschleppe reicht bei seitlich ausgestrecktem Arm maximal bis zur Hüfte. Kann 3 oder 5 Familienwappen (kamon) auf Brust, Rücken und Ärmeln haben.

Tsukesage (w)

Kimono-Arten: Tsukesage (by V.Nagata)

Kimono-Arten: Tsukesage

Kimono mit dezenterem Muster überwiegend unterhalb der Taille und auf einem Ärmel. Für verheiratete und ledige Frauen. Ärmel hüftlang. Ein einzelnes Kamon zwischen den Schulterblättern erhöht den Formalitätsgrad.
Ein Tsukesage wird normalerweise genäht, nach dem der Stoffballen gefärbt / bemalt wurde, anders als beim Hômongi.

Hômongi (w)

Kimono-Arten: Hômongi  (by V.Nagata)

Kimono-Arten: Hômongi

Kimono-Arten: Hômongi (by V.Nagata)

Kimono-Arten: Hômongi

Der Hômongi gehört zu den Kimono-Arten, die mit oder ohne Kamon getragen werden können.
Für verheiratete und ledige Frauen. Wird z.B. von Hochzeitsgästen, aber auch zu Besuchszwecken getragen. Das Muster kann sich über die untere Hälfte und einen Ärmel ziehen oder auch über den gesamten Kimono. Die Ärmel reichen bis zur Hüfte.  Der Hômongi ist dem Tsukesage in vielen Details sehr ähnlich.
Ein Hômongi wird zuerst provisorisch zusammengenäht, dann bemalt, wieder aufgetrennt, gefärbt und dann erst endgültig genäht.
Hômongi gibt es ohne oder mit 3 Familienwappen.

Iromuji (w)

Kimono-Arten: Iromuji (by V.Nagata)

Kimono-Arten: Iromuji

Einfarbiger, ungemusterter Kimono.

Den Iromuji kann man für veschiedene Anlässe verwenden:

  • Mit 1, 3 oder 5 Kamon (Familienwappen) für formelle Anlässe (ähnlich Hômongi + Tsukesage)
  • Ohne Kamon für weniger formelle Anlässe und für den Alltag
  • Mit schwarzem Obi und gedämpfter Farbe als Trauerkleidung für entfernte Verwandte

Der Iromuji-Kimono ist gleichermaßen für ledige und verheiratete Frauen geeignet. Der Stoff kann strukturiert sein.

Komon (w)

Kimono-Arten: Komon / Edokomon (by V.Nagata)

Kimono-Arten: Komon / Edokomon

Kimono-Arten: Komono / Edokomon (by V.Nagata)

Kimono-Arten: Komon / Edokomon

Alltagskimono mit feinem, sich wiederholendem Muster auf dem ganzen Kimono. Für verheiratete und ledige Frauen.

Unterart Edokomon: Unterart des Komon. Das Muster des Edokomon-Kimono ist so fein, daß der Kimono von weitem wie ein Iromuji-Kimono wirkt, also einfarbig erscheint.

Uchikake (w)

Kimono-Arten: Uchikake (by V.Nagata)

Kimono-Arten: Uchikake

Farbiger Hochzeitskimono der Braut aus schwerem, mit glückbringenden Symbolen durchwirktem und besticktem Seidenbrokat. Die beliebteste Grundfarbe des Uchikake ist Rot; es kommen aber auch Schwarz oder andere Farben vor. Die Verzierungen sind zu einem großen Teil gold- und silberfarben. Die Ärmelschleppen sind sehr lang.
Der Uchikake ist um ca. 30-40 cm länger als die anderen Kimono, so daß der dick wattierte Saum über den Boden schleift.

Zum Uchikake trägt die Braut keine Kopfbedeckung, sondern lediglich prachtvollen Haarschmuck. Ohne Hilfe kann die Braut den Uchikake weder korrekt anziehen noch sich damit angemessen fortbewegen. Bis zur Edo-Zeit (1603-1867) war der Uchikake der formelle Kimono von Samurai-Frauen und Adeligen.

Shiromuku (w)

Kimono-Arten: Shiromuku (by V.Nagata)

Kimono-Arten: Shiromuku

Schwere, komplett weiße Robe aus Seidenbrokat mit eingewebten, glückverheißenden Motiven (Kranich, Pinie, Phönix etc.).

Der Shiromuku ist eine Variante des traditionellen Hochzeitskimono der Frau. Der Shiromuku ist, ebenso wie der Uchikake, bedeutend länger als andere Kimono und hat eine wattierte Saumschleppe.
Zum Shiromuku trägt die Braut eine weiße Haube.

Furisode (w)

Kimono-Arten: Furisode (by V.Nagata)

Kimono-Arten: Furisode

Kimono-Arten: Furisode (by V.Nagata)

Kimono-Arten: Furisode

Farbenprächtiger, reich gemusterter Kimono mit sehr langen Ärmelschleppen; dem Dekor sind hier kaum Grenzen gesetzt.
Der Furisode ist der formellste Kimono für junge, unverheiratete Frauen.

Unterart Kofurisode / Koburisode: Wie Furisode, jedoch die Ärmel sind „nur“ etwa 85 Zentimeter lang.

Unterart Chûfurisode / Chûburisode: Wie Furisode, jedoch mit einer Ärmellänge von ca. 100 Zentimetern.

Unterart Ôfurisode / Ôburisode: Der Furisode  mit den längsten Ärmeln: 114 Zentimeter

Yukata (m, w)

Kimono-Arten: Yukata (by V.Nagata)

Kimono-Arten: Yukata

Kimono-Arten: Yukata (by V.Nagata)

Kimono-Arten: Yukata

Sommerkimono / Freizeitkimono für Männer und Frauen: Leichter, ungefütterter Freizeit-Kimono aus Baumwolle oder Leinen. Typische Grundfarben sind großgemustertes Blau-Weiß. Der Unterschied im Schnitt für Frauen bzw. Männer liegt in der Ärmelform bzw. körperseitigen Ärmelöffnung.
Der Yukata wird vor allem im Sommer z.B. zu Straßenfesten getragen.
In traditionellen japanischen Hotels (ryokan) liegen in den Zimmern immer Yukata für die Gäste bereit. Zuhause oder im Hotel bindet die Frau den Yukata mit einem schmalen Baumwoll-Obi, in der Öffentlichtkeit jedoch mit einem breiten Obi. Männer binden den Yukata immer mit einem schmalen Obi.

Mofuku (m, w)

Kimono-Arten: Mofuku (by V.Nagata)

Kimono-Arten: Mofuku

Der japanische Begriff „Mofuku“ bezeichnet eigentlich allg.:“Trauerkleidung“, inklusive solcher im westlichen Stil.
Im Bezug auf japanische Kleidung bezeichnet Mofuku jedoch einen Trauerkimono für Männer und Frauen, der bei der Beerdigung von nahen Verwandten getragen wird. Die Grundfarbe ist Schwarz ohne Muster und evtl. mit Kamon. Zum Mofuku trägt man einen schwarzen Obi und zumeist weiße Tabi. Das Bild zeigt einen Trauerkimono für Frauen (die Ärmel sind länger als bei dem Herrenmodell und körperseitig offen).

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