Was ist ein Kimono? © V.Nagata

Ein Kimono – was ist das? Über die japanische Nationaltracht

Ein Kimono ist keine Bluse

Sie denken, ein „Kimono“ sei eine von diesen schicken, leichten und weiten Blusen, die es in Boutiquen zu kaufen gibt und die so oft in Modemagazinen abgebildet sind und die gerne als „Kimono“ bezeichnet werden?
Nein, so etwas ist nicht gemeint. Ich rede hier von der japanischen Landestracht, dem Original aus Japan, wie es dort schon seit über 1000 Jahren getragen wird!

Kimono – schematische Darstellung (Mann + Frau)

Einige Beispiele für japanische Kimono

Komon, kleingemusterter Damenkimono aus Seide © V.Nagata Furisode, festlicher Damenkimono aus Seide © V.Nagata Montsuki, festlicher Herrenkimono aus Seide © V.Nagata Yukata, Baumwollkimono für Damen © V.Nagata Komon-Wollkimono, Alltagskimono für Damen © V.Nagata Yukata, Baumwollkimono für Damen © V.Nagata Furisode, festlicher Damenkimono aus Seide © V.Nagata Yukata, Baumwollkimono für Herren © V.Nagata Komon, Herrenkimono aus Tsumugiseide © V.Nagata

Wesentliche Merkmale eines echten japanischen Kimono

  • am Körper getragen und fertig gebunden etwa fußknöchellang
  • vorne liegt die linke über der rechten Seite, unabhängig vom Geschlecht. Nur bei Verstorbenen schließt man den Kimono rechts über links.
  • Frauenkimono haben unterschiedliche Ärmellängen (s. hierzu auch Kimonoärmel (sode) – 6 wichtige Merkmale und Kimonoärmel – 6 Ärmeltypen und für wen sie bestimmt sind)
  • einfache, gerade Linien und rechte Winkel herrschen im Schnitt vor. Der Kragen ist wird zwar schräg angesetzt, jedoch geradlinig zugeschnitten.
  • keine Knöpfe, Reiß- oder sonstige Verschlüsse
  • keine Taschen, weder außen noch innen.
  • in der Taille (Frauen) bzw. auf der Hüfte (Männer) mit einem Obi gebunden
  • keine Ziernähte
  • kein Ärmelaufschlag
  • keine Raffnähte, Abnäher oder Gummizüge
  • keine eingenähten Falten

Im Grunde kann man sagen, dass ein Kimono ein sehr einfach konstruiertes Kleidungsstück ist.

Der Kimono-Schnitt

Ein Kimono besteht aus einer einzigen, langen Stoffbahn, die nur minimal zugeschnitten und vernäht wird. Die meisten Nähte sind schnurgerade und stoßen rechtwinklig aufeinander. Nur an einigen wenigen Stellen (z.B. im Nacken) beschreiben die Nähte eine Kurve  (s. dazu auch: Die 8 Kimonoteile: Namen und Positionierung am Kimono).
Für einen Damenkimono nach japanischem Schnitt benötigt man in der Regel einen Stoffballen von ca. 37-40cm Breite und ca. 1200cm Länge. Ein Herrenkimono benötigt weniger Stoff. Für einen Haori (Kimonojacke) ist die Stoffbahn etwa 1000cm lang.
Reste fallen beim Zuschnitt nicht an. Was an Stoff zuviel ist, z.B. in der Länge oder am Kragen, wird als Saum eingearbeitet und bei Bedarf wieder ausgelassen. So bietet der Kimono bei Bedarf einen gewissen Spielraum für weitere Träger/innen mit anderen Körpermaßen.

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