Han-eri weisse Baumwoll-Spitze / haneri white cotton lace © KIMONO-KIMONO

Was ist ein Han-eri? Basiswissen über den Schutzkragen für den Juban

Was ist ein Han-eri und wie sieht er aus?

Der Han-eri ist ein Schutzkragen für den Jubankragen. Er wird mit einfachen Nähstichen am Jubankragen befestigt. Der Han-eri hat die Form eines langgezogenen Rechtecks mit den Maßen von ca. 110 x 15 Zentimetern. Es gibt auch kürzere Han-eri mit ca. 90 x 15 Zentimetern. Oder zum Beispiel solche mit etwa 16 Zentimeter Breite.
Bei selbstgefertigten Han-eri sind auch andere Maße denkbar. Die beim Tragen des Juban sichtbare Breite beträgt aber nie mehr als 5 bis 6 Zentimeter. Bei vollständigen Kimono-Outfit ist nur sehr wenig vom Han-eri zu sehen: im Nacken nichts oder nur ein paar Millimeter, nach vorne bis zu 3 oder 4 Zentimeter.

Die Länge des Schutzkragens orientiert sich am Punkt der Überlappung der beiden Kragenseiten des Kimono. Der Han-eri endet knapp unterhalb der Brust, also ein Stück unter der Kragen-Überlappung.

Was bedeutet „Han-eri“?

Han-eri, in der japanischen Schreibweise 半衿 oder 半襟, ist Japanisch und bedeutet „Halbkragen“. Dieser Kragen ist auch tatsächlich ein gutes Stück kürzer als der fest an den Juban angenähte Kragen. Allerdings gibt es unterschiedliche Kragenlängen beim Juban, daher kann man nicht sagen, dass der Han-eri generell halb so lang ist wie der Jubankragen.

Wozu dient ein Han-eri?

Han-eri am Jubankragen

Weißer Han-eri, angenäht an den Jubankragen. White han-eri, sewn onto the juban collar.

Jeder Juban verfügt bereits über einen Kragen. Nach dem ein- oder zweimaligen Tragen des Kimono-Outfits, sieht man Gebrauchsspuren am Jubankragen. Natürlich kann man dann den ganzen Juban waschen. Bei einem handgenähten Modell aus Seide bedeutet das allerdings in vielen Fällen Handwäsche. Diesen Aufwand kann man reduzieren, indem man einen Han-eri auf den Jubankragen näht.
Denn auf diese Weise zeigt nicht der Jubankragen selbst Gebrauchsspuren, sondern nur der Schutzkragen. Diesen Schutzkragen anzunähen, wieder abzulösen und einzeln zu waschen, bedeutet in den allermeisten Fällen viel weniger Aufwand als z.B. einen gefütterten Juban aus Seide zu waschen und zu bügeln.
Routinierte Kimono-Trägerinnen sind daher geübt im Annähen von Han-eri, denn sie wissen den Vorteil des Han-eri zu schätzen. Mit ein wenig Übung braucht man für das Annähen eines Han-eri nicht mehr als 15-20 Minuten.

Welche Han-eri-Varianten gibt es?

Hier einige Beispiele:

Die einfachsten Modelle sind aus glattem Stoff, einfarbig und ohne weitere Veredelung.

Die edelsten Modelle bestehen aus Seide, in Chirimen- oder Shioze-Technik gewebt. Sie können einfarbig oder mehrfarbig sein und zusätzlich veredelt durch Stickerei oder Druckmotive. Auch findet sich bei den hochwertigen und festlichen Han-eri meistens ein Anteil an Silber- / bzw. Gold-Lamé im Web- oder Stickmuster.

Für den Sommer sind leichte, luftdurchlässige Materialien wie Sha- oder Ro-Gewebe oder zum Beispiel auch locker gewebtes Leinengewebe sehr beliebt.

Aus welchem Material besteht ein Han-eri?

  • Seide
  • Kunstseide (Rayon)
  • Polyester
  • Baumwolle
  • Leinen
  • Mischgewebe aus Naturfaser und Kunstseide oder Kunstfaser

Han-eri und Formalität (TPO)

Was ist ein Han-eri / What is a han-eri

Formeller Han-eri aus Seidenbrokat mit Silberlamé / formal han-eri, silk brocade with silver threads

Auch für Han-eri gibt es Regeln für das TPO (time / place / occasion). Nicht jeder Han-eri ist für jeden Anlass geeignet. Baumwolle und Leinen sind Gewebe für den Alltag. Für formelle oder festliche Anlässe werden Han-eri aus diesen Materialien nicht verwendet.

Seide ist für alle Anlässe angemessen. Allerdings gibt es hier verschiedene Varianten. Einen bestickten Han-eri mit Silber- oder Goldakzenten würde man auf keinen Fall für den Alltag verwenden. Ein solches Modell kommt eher für ein Hochzeits-Outfit oder einen anderen, sehr formellen Anlass in Betracht.

Ein Han-eri aus glatter, einfarbiger Seide ist zwar auch im Alltag verwendbar. Seide ist jedoch im Allgemeinen teurer und weniger pflegeleicht als Rayon oder Polyester. Daher sind heutzutage Schutzkragen aus Kunstseide oder Kunstfaser sehr beliebt. Sie kosten weniger und sind optisch nicht oder kaum von den seidenen Varianten zu unterscheiden. Auch sie sind für die allermeisten Anlässe verwendbar.

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