Vorteile und Nachteile von japanischem Kimonostoff

Wichtige Vorteile von japanischem Kimonostoff

Der größte Vorteil ist wohl, dass die Menge einer ganzen Kimono-Stoffrolle bei schlanken Körpergrößen bis max. 1,70m genau für einen Kimono ausreicht. Da Japaner ihre Kimono zumeist auf der Basis von Standard-Körpermaßen bemessen, kann man sehr gut feststellen, wieviel von der Rolle für die einzelnen Kimonoteile verwendet werden muss. Die Gefahr, sich hier zu verrechnen, ist bei Berücksichtigung der Standardmaße also sehr gering. So reicht die Menge von japanischem Kimonostoff im klassischen Rollenformat auf jeden Fall für einen Kimono. Allerdings nur, wenn die Zielperson schlank ist und nicht über 170 Zentimeter groß (mehr dazu weiter unten).

Sehr praktisch beim Nähen eines Kimono mit japanischem Kimonostoff ist auch die Tatsache, dass die meisten Schnitte in den Stoff horizontale Schnitte sind (6 Schnitte: 2x Körper, 2x Ärmel, 2x Kragen bzw. Überlappung). Nur 2 Schnitte verlaufen in Längsrichtung, parallel zu den Webkanten. Dadurch gibt es weniger Saumkanten zu versäubern und man kann lange Nähte arbeiten, ohne befürchten zu müssen, dass der Stoff an den Kanten ausfranst. Informationen zu der Form der Kimonoteile und eine Abbildung finden Sie in dem Artikel „Kimono-Teile: Abbildung der 8 Kimono-Teile“.

Da alle Kimonoteile rechteckig sind und beim traditionellen Schnitt nicht ein einziger schräger oder kurviger Schnitt gemacht werden muss, ist die Anordnung auf einer durchgemusterten oder einfarbigen Stoffrolle sehr einfach. Man sollte lediglich darauf achten, die 4 Teile für Kragen, Schutzkragen und Überlappung als Gruppe anzuordnen.

Die Nachteile von japanischem Kimonostoff

Bei japanischem Kimonostoff auf der Rolle liegt die Musterseite inne. By V.Nagata

Die linke Seite ist außen bei japanischem Kimonostoff auf der Rolle

Dass die Maße einer Kimonostoff-Rolle auf japanischen Standard-Körpermaßen basieren, mag für Japaner sehr nützlich sein. Für uns ist dies jedoch eher ungünstig, da die durchschnittliche europäische Körpergröße nun mal ein Stück über der japanischen liegt. Das heißt leider auch, dass in vielen Fällen eine Rolle Stoff eben nicht ausreicht für einen westlichen Frauen- oder Männerkimono. Der Stoff langt vorne und hinten nicht. Am fertigen Kimono reicht dann zum Beispiel die Ärmelllänge nicht oder der Kimono endet an der Wade. Auch könnte der Kimono im Schulter- oder Bauchbereich etwas spannen.

Menschen mit Übergrößen in der Breite und / oder in der Länge haben meistens das Nachsehen, wenn sie einen Originalkimono mit traditionellem Schnitt aus japanischem Kimonostoff finden wollen. Da jedoch auch die Japaner in den letzten 100 Jahren ein ganzes Stück größer geworden sind, kommt die Textilindustrie dem entgegen mit breiteren Stoffrollen bzw. größeren Kimono. Diese breiten Stoffrollen sind auf dem hiesigen Markt allerdings kaum zu bekommen und so muss man für einen maßgeschneiderten Kimono wohl oder übel auf westlichen Stoff zurückgreifen oder muss zwei identische Stoffrollen verwenden, um an die nötige Stoffmenge zu kommen.

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