Secondhand-Kimono kaufen © V.Nagata, KIMONO-KIMONO

Secondhand-Kimono kaufen: worauf achten?

Warum Secondhand-Kimono eine Überlegung wert sind

Es muss nicht immer ein Neuer sein. Wer nicht unbedingt den Preis für einen neuen Kimono zahlen möchte, der hat genug Auswahl im Bereich der Secondhand-Kimono. Inzwischen ist es durch das Internet viel einfacher geworden, an gebrauchte Kimono, Haori oder Obi heranzukommen und so gibt es auch in Europa und sogar Deutschland mittlerweile einige Kimonohändler.

Neue, original japanische Seidenkimono sind teuer.

Wenn Sie einen neuen Kimono mit einem Schnäppchenpreis sehen, sagen wir um 50,- bis 100,- Euro, dann sollten Sie Verdacht schöpfen. Denn höchstwahrscheinlich ist dieser Kimono

  • nicht aus Japan und / oder
  • aus Polyester bzw. anderer Kunstfaser und / oder
  • auf westliche Vorlieben zugeschnitten (schmalere Ärmel, schmaler Gürtel inklusive, wadenlang…) und / oder
  • maschinengenäht und / oder
  • ein Massenprodukt

Ein guter, neuer Kimono kostet selten unter 1000,- Euro. Der Preis für einen Künstlerkimono ist jenseits von Gut und Böse.

„Kimono“ ist nicht gleich „Kimono“

Bei Ihrer Internetsuche werden Sie unter dem Stichwort „Kimono“ viele schöne bunte Kleidungsstücke finden. Aber Vorsicht: nur ein Bruchteil davon sind authentische Kimono! Hier ein paar Merkmale, an denen Sie die „falschen“ Kimono erkennen:

  • Schmale Ärmel ohne Ärmelschleppe
  • Glänzender Baumwollsatin oder Polyestersatin
  • Schmaler Gürtel wie beim Bademantel
  • Kurze Länge, z.B. von den Schultern bis zu den Waden
  • aufgenähte Taschen
  • made in „Nichtjapan“
  • eingenähter Waschzettel
  • Aufhänger im Nackenbereich
  • maschinengenähte Saumkanten
  • keine senkrechte Rückennaht
  • großformatig aufgestickte Schriftzeichen, Drachen oder Ähnliches
  • etc. etc.

Secondhand-Kimono sind preiswert mit „Haken“

Secondhand-Kimono-Patchwork (boro)

Secondhand-Kimono-Patchwork (boro)

Wenn Sie das Sortiment einschlägiger Kimonohändler studieren, werden Sie feststellen, dass der Preis meistens in direktem Zusammenhang mit dem Zustand des Kimono steht. Je mehr Flecken und Löcher, desto erschwinglicher.

>> Faustregel 1: Je preiswerter der Kimono, desto schlechter der Zustand.
Eigentlich logisch, oder? Die wahren Schnäppchen sind Ausnahmen von dieser Regel.
Andererseits gilt für einige Kimono-Arten oder Kimono-Altersklassen Folgendes:

>> Faustregel 2: Je älter oder seltener der Kimono, desto teurer.
Auch logisch, denn man findet nur selten Kimono aus der Meiji- oder Edo-Zeit (19. Jahrhundert und vorher). Hier bezahlt man eine stattliche Summe für den Seltenheits- bzw. Sammlerwert. Der Allgemeinzustand des Kimono spielt dabei eine untergeordnete Rolle.

>> Faustregel 3: Je seltener oder komplizierter die Herstellungstechnik, desto teurer der Kimono.
Ein maschinenbedruckter Komon (durchgemusterter Kimono) ist natürlich viel weniger wert als ein handbemalter, bestickter und mit Goldauflage veredelter Furisode-Kimono. Je mehr Handarbeit und Aufwand drin steckt, desto höher der Preis. Selbstverständlich gibt es aber auch Ausnahmen von diesen Faustregeln.

Secondhand-Kimono und ihr ganz spezieller Geruch

Gebrauchte Kimono werden meistens lange gelagert, bevor sie veräußert werden. Da originale Kimono aber vor allem aus Naturfasern hergestellt werden, müssen sie bei längerer Aufbewahrung vor Insektenfraß geschützt werden. Also legt man ein Mottenschutzmittel zum Kimono. Leider verströmt dieses einen sehr spezifischen Geruch, den man nicht so leicht wieder los wird.

Da hilft nur ausgiebiges Lüften, idealerweise in angenehm bedufteter Luft. Für mich und viele andere ist diese spezielle „ich-bin-ein-alter-Kimono“-Duftnote aber keineswegs unangenehm. Im Gegenteil: Wenn ich mal wieder ein Kimonopaket aus Japan öffne und mir dieser Duft entgegenströmt, ist das für mich ein fester Bestandteil des Kimono-Genusses. Zugegeben, manche Exemplare riechen schon etwas streng. Nehmen Sie es dem Kimono aber bitte nicht übel sondern freuen Sie sich im Gegenteil darüber, dass er über die Jahre gut geschützt aufbewahrt wurde! Grundsätzlich ist dieser Geruch kein Grund zur Beanstandung.

Begleittext gründlich lesen und Fotos genau betrachten!

Die Tücke liegt im Detail...

Secondhand-Kimono kaufen: auf die Details achten!

Je mehr Infos ein Kimonohändler anbietet, desto besser für Sie als Kunden. Lassen Sie sich Zeit: lesen Sie sich alles genau durch, lassen Sie kein Bild aus, denn die Tücke steckt im Detail. Viele Kimonohändler bieten nur sparsame Informationen über den Zustand des Kimono an, zeigen aber in den Abbildungen eventuelle Schwachstellen. Oder es gibt Informationen im Text, jedoch nur wenige oder schlechte Fotos. Hier ist Ihre Geduld und Risikobereitschaft gefragt, denn Umtauschen werden die meisten Händler eher nicht bei Gebrauchtware.

Bei KIMONO-KIMONO bekommen Sie übrigens ausführliche Info im Text über jeden noch so kleinen Fleck UND die passenden Fotos dazu. UND Sie können die Kimono bei Unzufriedenheit wieder zurückschicken!

Bei Zweifel den Kimonohändler fragen

Wenn noch Fragen offen sind, sind einige – aber noch lange nicht alle – Kimonohändler bereit, Ihre Fragen zu beantworten. Hier zeigt sich dann auch, wieviel Wert der Händler auf den Kundenservice legt.
Manchmal hakt es allerdings auch an der sprachlichen Verständigung, falls Sie einen japanischen Händler anmailen… 

Wenn Sie dann „Ihren“ Kimono gefunden und bestellt haben, müssen Sie eventuell damit rechnen, dass Ihre Bestellung beim Zoll landet. Was dort an möglichen Kosten auf Sie zukommt, können Sie schon vorab ausrechnen.

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