Schaufensterpuppe im Kimono © KIMONO-KIMONO

Schaufensterpuppe im Kimono: Kurven wegpolstern

Schaufensterpuppe im Kimono

Eine Schaufensterpuppe im Kimono ist im Idealfall ein schöner Anblick. Und so praktisch, denn man kann verschiedene Outfits antesten, bevor man sie selbst anlegt. Der Weg zu diesem schönen Anblick allerdings ist etwas steinig. Denn die hiesigen, weiblichen Schaufensterpuppen haben allgemein „westliche Kurven“ in Richtung 90-60-90.
Und – Sie ahnen es – Kimono und Körperkurven passen nicht gut zusammen. Die Idealfigur einer Frau im Kimono ist nun mal die zylindrische Form.
Zur Ankleideroutine von Kimonoträgerinnen mit ausladender Hüfte oder großzügiger Oberweite gehört daher das Auspolstern / Ausgleichen von zu starken Kurven.

Mensch ≠ Schaufensterpuppe

Den Unterschied zwischen einer Schaufensterpuppe und einem Menschen bemerkt man beim Ankleiden sofort. Der Mensch ist einfach weicher und man kann hier und da ein bisschen drücken und enger schnüren. Eine Puppe hat aber nun mal keine weichen Körperpartien. Daher weicht hier auch nichts in eine andere Richtung aus. Trotzdem kann man hier – ähnlich wie beim normalen Kitsuke bei Frauen – mit Polstern arbeiten.

Die Taille auspolstern

Ob Frau oder Schaufensterpuppe im Kimono: ohne Polsterung geht es in den wenigsten Fällen. Denn ohne Polsterung wirft der Kimono dort, wo die ausgeprägtesten Körpferformen zu sehen sind, unschöne Falten, die sich kaum bändigen lassen. Um dies zu vermeiden, kommt man an einer Polsterung nicht vorbei.
Die stärkste Figurkurve der Puppe sieht man auf den ersten Blick: die schlanke Taille. Das ist die Stelle, wo man auf jeden Fall Auspolstern muss, wenn der Kimono gut sitzen soll. Dafür braucht man nicht viel. Die Puppe läuft nicht herum, das Polster muss also nicht flexibel oder atmungsaktiv sein. Da reichen ganz gewöhnliche Handtücher. Zum Festbinden kann man hernehmen, was auch immer lang und schmal genug ist, zum Beispiel lange Schnürsenkel. Alternativ funktioniert auch ein schmales Halstuch mit ausreichender Länge.

Handtücher und Schnürsenkel

In jedem Haushalt gibt es Handtücher. Diese bieten sich zum Auspolstern geradezu an. Im folgenden Beispiel habe ich handelsübliche 2 Frottée-Handtücher mit 95cm Länge und 45cm Breite verwendet. Das größere Handtuch ist 115 x 60cm groß.

Schaufensterpuppe im Kimono © KIMONO-KIMONO

Simple Hilfsmittel zum Polstern: Handtücher + Schnürsenkel © KIMONO-KIMONO

Die von mir verwendeten, breiten Schnürsenkel haben eine Länge von 120-130 Zentimetern. Sie sind zu diesem Zweck perfekt geeignet. (Übrigens kann ich Schnürsenkel dieser Art auch empfehlen als Koshihimo für ein sehr knappes Ohashori! Schneiden Sie aber besser die festen Enden ab.)

So wird’s gemacht:

Schaufensterpuppe im Kimono © KIMONO-KIMONO

Taillenpolster – fertig gebunden. Zylindrische Form erreicht. © KIMONO-KIMONO

Je nach dem Umfang der Taille kann man mehr oder weniger Handtücher verwenden. Ich habe hier 3 Handtücher verwendet, zwei hätten eventuell aber auch ausgereicht.

Schaufensterpuppe im Kimono © KIMONO-KIMONO

1 Handtuch, längs gefaltet auf ca. 15cm Breite. 2 Schnürsenkel. © KIMONO-KIMONO

  1. Handtuch ausbreiten
  2. Handtuch je nach Breite zwei- oder dreimal der Länge nach falten
  3. Die Breite soll am Ende ca. 15 Zentimeter betragen
  4. Das Handtuch um die Taille der Puppe legen
  5. Mit einem – besser zwei – langen Schnürsenkeln / Bändern festbinden, so dass nichts verrutscht
  6. Prüfender Blick: reicht die Polsterung? Ist eine zylindrische Körperform erreicht?
  7. Falls nicht: alles mit einem weiteren Handtuch wiederholen.

Das Ganze als Video:

Ich habe hier den ganzen Vorgang in ein kurzes Video gepackt, damit es etwas anschaulicher wird:

Tipp

Binden Sie die Handtücher leicht gegeneinander versetzt um die Puppen-Taille. So entsteht zwischen dem Puppenkorpus und den Handtüchern kein zu großer Abstand und der Kimono liegt insgesamt besser an. Wenn Sie der Puppe am Schluss einen Obi umbinden, spielt auch die mehrlagige Überlappung im Rückenbereich keine Rolle, da dort die Obischleife positioniert wird.

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