Kimono-Lagerung: Wie bewahrt man einen Kimono richtig auf?

Richtige Kimono-Lagerung schont Ihren Kimono

Wenn Sie im Besitz eines echten japanischen Seidenkimono sind, dürfte es in Ihrem Interesse liegen, seinen aktuellen Zustand so lange wie möglich beizubehalten: dazu ist die fachgerechte Kimono-Lagerung besonders wichtig. Insbesondere, wenn Ihr Kimono zu den älteren Exemplaren gehört, die einige oder gar viele Jahrzehnte tadellos überdauert haben, sollten Sie einige Grundregeln über die richtige Lagerung beherzigen.

Lüften: vorher und nachher!

Wenn Sie einen Kimono längere Zeit nicht getragen haben, hängen Sie ihn erst einmal an die Luft, bevor Sie ihn anziehen.
Umgekehrt ist es angebracht, den Kimono NACH dem Tragen einige Stunden auszulüften, damit sich die vom Körper erzeugte Feuchtigkeit verflüchtigen kann. Wenn Sie den Kimono direkt nach dem Tragen gefaltet in den Schrank legen, besteht die Gefahr, dass die durch das Tragen noch vorhandene Restfeuchtigkeit im Kimono bleibt und Feuchtigkeitsflecken verursacht.
Also: erst lüften und dann wegfalten!

Falten, nicht hängen!

Achten Sie auf einen faltenfreie Kimono-Lagerung. Wenn ein Kimono in gefaltetem Zustand gelagert war, dann sind die Falten an ihm gut erkennbar. Versuchen Sie, den Kimono entlang dieser Falten (meist in Längsrichtung) zu falten und behalten Sie die vorhandene Faltenrichtung bei.

Folgender Link führt Sie zu einem Video, in dem eine nette japanische Dame Ihnen erklärt, wie Sie einen Kimono falten. Das Video ist zwar auf Japanisch, aber keine Sorge, Sie werden auch ohne japanische Sprachkenntnisse verstehen, wie es geht!
http://youtu.be/rVArG4UZaSU

Die Japaner legen den gefalteten Kimono üblicherweise in sogenannte Tatôshi. Das sind große, feste Umschläge aus Japanpapier, oft mit Sichtfenster. So wie dieser hier:

Kimono-Lagerung mit Tatôshi / Tatôgami: Papierhülle für Kimono © V.Nagata

Tatôshi / Tatôgami: Papierhülle für Kimono © V.Nagata

Aufgedruckte oder gemalte Muster schützt man mit einer Papierzwischenlage oder einem hellen Tuch.
Diese Tatôshi erleichtern das Aufbewahren vieler gefalteter Kimono sehr und beim Herausnehmen oder Verstauen muss man nicht darauf achten, andere Kimono nicht zu verknittern.

Dunkel und trocken

Zur Kimono-Lagerung benötigen Sie einen trockenen,  sonnen- und staubfreien Ort, d.h. einen Schrank oder Ähnliches. Kellerräume sind normalerweise ungeeignet, es sei denn, es handelt sich um beheizbare, gut klimatisierte Räume.
Dabei sind grundsätzlich Holzschränke eher zu empfehlen als Kunststoff- oder Kunststoff-beschichtete Schränke, da Holz die Luft besser zirkulieren lässt. Falls Sie unbedingt Plastikbehälter verwenden möchten, sollten Sie unbedingt darauf achten, dass nur gelüftete und trockene Kimono, idealerweise mit einem Entfeuchtungsmittel zusammen in die Behälter gelegt werden. Vermeiden Sie aber den direkten Kontakt des Mittels zum Kimonostoff. Ab und zu kontrollieren!

Durch zu lange oder falsche Lagerung (Feuchtigkeit, Sonne etc.) kann der Stoff ausbleichen, brüchig werden oder Stockflecken bekommen. Auch jahreszeitliche Klimaschwankungen können unerwünschte Auswirkungen auf den Kimono haben. Deshalb ist Entfeuchtungsmittel unbedingt empfehlenswert!
Ein beigelegter Mottenschutz verhindert darüber hinaus Fraßschäden durch Kleidermotten, insbesondere im Fall von Wollkimono. Auch hier direkten Kontakt des Mottenschutzes mit dem Gewebe vermeiden.

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