Hiragumi Obijime© KIMONO-KIMONO

Hiragumi-Obijime: Obikordel für alle Zwecke

Hiragumi-Obijime: flach und vielseitig

4 Arten Hiragumi Obijime © KIMONO-KIMONO

4 Arten Hiragumi-Obijime: v.l.n.r: Trauer-Obijime, Flechtmuster-Obijime, Halbformelle Wende-Obijime, einfache Sanbuhimo © KIMONO-KIMONO (klicken für Vergrößerung)

Hiragumi (平組) heißt ins Deutsche übersetzt sinngemäß „flaches Band“ und meint die Obikordeln mit flachem Querschnitt.
Hiragumi sind mit Abstand die am weitesten verbreitete Obijime-Art. Sie sind sehr vielseitig einsetzbar und können je nach Typ für die verschiedensten Obi- und Kimono-Arten verwendet werden. Besonders praktisch sind dabei Obikordeln mit zwei unterschiedlichen Seiten. Je nach Outfit kann man bei diesen Modellen die eine oder die andere Seite nach außen drehen.

Länge und Breite

Hiragumi-Obijime haben Breiten von ca. 6 bis 15 Millimetern. Es gibt aber auch Breiten von über 20 Millimetern. Die schmaleren Kordeln mit 6-9 Millimetern (Nibuhimo, Sanbuhimo) werden gerne mit Obidome (Schmuckbroschen) dekoriert. (Mehr dazu weiter unten…).
Eine sehr verbreitete Länge für Obikordeln ist etwa 150 cm. Allerdings richtet sich dieses Maß nach dem Taillenumfang japanischer Frauen. Für einen Taillenumfang von mehr als 80 Zentimetern ist das meistens zu knapp. Man benötigt eine Mindestlänge, um die Enden der Obijime korrekt verstauen zu können. Außerdem sollten die Enden nicht zu nah am Knoten sitzen.

Für die Faustformel zum Berechnen der passenden Länge einer Obikordel geht’s hier entlang…

Breiter = formeller

Es gilt allgemein die Faustregel, dass breitere Obikordeln einen höheren Formalitätsgrad haben als die schmalen Modelle. Natürlich haben Obijime eine Obergrenze in der Breite. Die breitesten Modelle, die mir begegnet sind, waren knapp über 2 Zentimeter breit. Bei einer solchen Breite kann man natürlich auch mehr Pracht zeigen und so den Formalitätsgrad betonen. Allerdings sind breitere Kordeln auch etwas schwieriger festzuzurren.

Gold und Silber steigern die Formalität

Formelle Hiragumi-Obijime mit Gold- / Silber-Akzenten © KIMONO-KIMONO

Formelle Hiragumi-Obijime mit Gold- / Silber-Akzenten © KIMONO-KIMONO (klicken für Vergrößerung)

Die Gold-und-Silber-Grundregel gilt nicht nur für Kimono, Obi, Zôri und dergleichen, sondern auch für Obijime. Wenn in eine Obikordel goldene oder silberne Stränge eingeflochten sind, dann ist sie eindeutig auf der edleren Seite und somit für formelle bis halbformelle Kimono-Outfits geeignet. Je festlicher der Anlass, desto höher der Gold- und Silberanteil im Kimono-Outfit.
Bei beidseitig verwendbaren Obijime mit einer goldenen/silbernen und einer farbigen Seite ist immer die goldene/silberne Seite die formelle Seite. Die Seite ohne Gold-/Silberakzente kann für halbformelle Anlässe verwendet werden, also z.B. in Kombination mit einem Fukuro-Obi und einem Hômongi-Kimono.
Für den Alltagskimono und einfachere Obi sind Obijime mit Goldakzent nach traditionell japanischem Verständnis nicht angebracht, da hier die Formalitätsgrade zu unterschiedlich sind und nicht zueinander passen.

Dezent oder auffällig – je nach Alter und Geschmack

Die flachen Obikordeln kann man in Untergruppen einteilen, zum Beispiel nach der Schattierung und Leuchtkraft der Farben. Oder nach Art des Flechtmotivs, das aus zwei bis mehreren Farben bestehen kann.
Hiragumi-Obijime gibt es von grell-bunt bis dezent-dunkel. Bei der farblichen Auswahl geht es zum Teil nach dem persönlichen Geschmack, zum Teil aber auch nach dem Alter der Trägerin. Frauen im reiferen Alter werden sich eher für dezente Farben entscheiden, jüngere Frauen für mehr Farbe, ähnlich wie beim Kimono.

Flechtstruktur + Farben für einen edleren Look

Hiragumi Obijime: 1) Sanbuhimo, 2) glatte Farbwechsel-Obijime, 3) Wende-Obijime mit goldenem Flechtmuster, 4) Wende-Obiijime mit mehrfarbigem Flechtmuster © KIMONO-KIMONO

Hiragumi Obijime: 1) Alltags-Sanbuhimo, 2) glatte Farbwechsel-Obijime, 3) Wende-Obijime mit goldenem Flechtmuster, 4) Wende-Obiijime mit mehrfarbigem Flechtmuster © KIMONO-KIMONO (Klick = Vergrößerung)

Eine glatte Hiragumi-Obijime in nur einer oder zwei Farben hat einen niedrigeren Formalitätsgrad als eine mehrfarbige Hiragumi-Obijime mit raffinierter Flechtstruktur. Manche Obikordeln mit Flechtstruktur sind sogar beidseitig verwendbar: auf der einen Seite ist das Flechtmuster oft etwas simpler als auf der anderen.
Hier sind beim Kitsuke Anpassungen in der Formalität möglich, indem man einfach die andere Seite der Obijime verwendet.

Viel Luft für den Sommer

Im Sommer freut man sich als Kimono-Trägerin über jedes Bisschen Luft, das an den Körper herankommt. Extra für die warme Jahreszeit gibt es daher leichte Hiragumi-Obijime, die sehr luftig-locker geflochten sind.

Hiragumi Obijime Sommer © Maj Demant

Hiragumi-Obijime für den Sommer, © Maj Demant

Die einzelnen Stränge sind klar voneinander getrennt, wie bei einem groben Netz. Damit die Obikordel nicht zu weich ausfällt, werden hier beim Flechten besonders feste Stränge verwendet. Daher sind Sommer-Obijime recht fest und auch ein bisschen hart trotz des verhältnismäßig groben Flechtmusters.

Schwarz = Trauer, Weiß = Freude

Das kennen Sie sicher schon vom Kimono: Bei der Trauerkleidung ist die ganze Ausstattung uni Schwarz, auch die Obijime. Beim weißen Hochzeitskimono der Braut hingegen, dem Shiromuku, wird eine weiße Obijime – gerne mit Goldakzenten – verwendet.

Sanbuhimo: 1. ©Britta Janssen, www.godzilla-kimono-club.de; 2/3/4. ©Katharina Parosch; 5. ©Mae-Rose Sumugat-Rossteuscher: www.facebook.com/akibare.kimono

Sanbuhimo >> 1: ©Britta Janssen, www.godzilla-kimono-club.de; 2/3/4: ©Katharina Partosch; 5: ©Mae-Rose Sumugat-Rossteuscher:
www.facebook.com/akibare.kimono

Unterart Sanbuhimo: die Schlanke mit Schmuckbrosche

Die Sanbuhimo (三部紐) ist eine etwa 9 Millimeter breite, glatte Obijime. Sie wird in Kombination mit einer Obidome verwendet. Der Knoten der Sanbuhimo wird vorne gebunden und dann nach hinten geschoben, wo er durch die Obischleife verdeckt wird. Diese spezielle Art von Obijime hat entweder keine Quasten oder nur sehr kurze, da diese beim Tragen ohnehin nicht zu sehen sind. Bevor die Sanbuhimo gebunden wird, wird eine Obidome auf die Kordel geschoben, die beim Tragen vorne in der Mitte des Obi zu liegen kommt. Es gibt allerdings auch Obidome, die man nachträglich auf die Obijime stecken kann.
Der Name dieser schmalen Obikordel setzt sich aus 3 Teilen zusammen:

san 三 = 3; bu 部 = Maßeinheit  (1 bu = ca. 3mm); himo 紐 = Kordel

Der Begriff „sanbu“ lässt also direkt auf die Dicke der Kordel von 9mm schließen. Bis etwa zum 2. Weltkrieg wurden auch schmalere „Nibuhimo“ (ni = 2) mit etwa 6mm Breite verwendet, die heutzutage aber kaum noch anzutreffen sind. Stattdessen werden mittlerweile gerne auch mal breitere Obijime mit einer Obidome dekoriert.

Danke für die Fotos!

Ich bedanke mich an dieser Stelle für die großzügigen Foto-Spenden von:

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