Auswahl des Kimono © V.Nagata

Die Auswahl des Kimono – 6 wichtige Anhaltspunkte

6 Faktoren für die Auswahl des Kimono

Für die Auswahl des Kimono gibt es einige Anhaltspunkte, die im Großen und Ganzen seit Jahrzehnten unverändert gelten. Wenn Sie sich traditionell japanisch kleiden möchten, sollten Sie Ihr Kimono-Outfit nach folgenden Kriterien ausrichten:

  1. Alter
  2. Geschlecht
  3. Familienstand
  4. Sozialstatus
  5. Anlass, zu dem der Kimono getragen wird
  6. Aktuelle Jahreszeit

Verheiratet oder ledig / älter oder jünger?

Verheiratete Frauen kleiden sich anders als junge, ledige Frauen. Wenn eine junge Frau einen Furisode mit langen Ärmelschleppen trägt, können Sie davon ausgehen, dass sie unverheiratet ist. Eine ältere Dame wird sich bei der Auswahl ihres Kimono normalerweise für einen Kosode (Kimono mit kürzeren Ärmeln) in gedeckten, eher dunklen Farben und zurückhaltendem Muster entscheiden.
Männer dürfen aufatmen: für sie spielt der Familienstand keine Rolle in Bezug auf die Auswahl des Kimono.

Mann oder Frau?

Die Auswahl des Kimono richtet sich natürlich auch nach dem Geschlecht des Trägers / der Trägerin. Männer- und Frauenkimono sind schließlich nicht gleich und ein Mann, der einen Frauenkimono trägt, outet sich entweder als Anfänger oder will seinem Mode-Outfit ein i-Tüpfelchen aufsetzen.
Generell tragen Männer gedämpftere Farben, dezentere Muster und einen etwas anderen Schnitt als Frauen. Bei Männerkimono ist die Innenseite der Ärmel zugenäht und die Ärmel sind bis auf ein kleines Stück komplett an den Kimono angenäht. Die Ärmelform ist rechteckig.
Bei Frauenkimono ist die körpernahe untere Seite der Ärmel geöffnet. Außerdem sind die unteren, körperfernen Ärmelecken mehr oder weniger abgerundet.

Hier erfahren Sie mehr über die Ärmel des Kimono

Wissenswertes über die verschiedenen Ärmelformen

Auffällig oder dezent, hochwertig oder reduziert?

Oft richtet sich die Auswahl des Kimono auch danach, welche Funktion der Träger / die Trägerin innerhalb der Gesellschaft ausübt.
Selbstverständlich tragen der Kaiser und die Kaiserin andere Kleidung als die Normalbevölkerung. Der Teezeremonie-Schüler senkt seinen Status durch das Tragen bescheidener, unauffälliger Kleidung. Das Brautpaar trägt am Tag der Hochzeit die auffälligste und wertvollste Kleidung während die Brauteltern in der Kimono-bezogenen Rangfolge direkt nachfolgen. Bei der Hochzeitsfeier zeigt man durch die Wahl des Kimono, wie nah man mit dem Brautpaar verwandt ist (mehr dazu im nächsten Absatz).
Kleider machen Leute…

Die Auswahl des Kimono nach dem Anlass

Bei wichtigen Anlässen oder Zeremonien trägt man einen Kimono mit 5 Kamon (Familienwappen), weniger formell sind drei oder nur ein Kamon. Einen Kimono ohne Kamon trägt man im Alltag. Eins, drei oder fünf eingefärbte, gewebte oder aufgestickte Kamon befinden sich dabei zwischen den Schulterblättern, links und rechts auf der Brust und auf den Ärmeln.
Im Allgemeinen gilt die Grundregel: Je formeller der Anlass, desto mehr Kamon trägt man zur Schau.

Bei der Hochzeit ist für das Brautpaar ein vollständiges Hochzeits-Outfit mit 5 Kamon Pflicht. Die Braut trägt einen Hochzeitskimono (Uchikake oder Shiromuku) aus schwerem Brokat, der Bräutigam kleidet sich in einen schwarzen Kimono, schwarzen Haori und zeremonielle Hakama. Bei Letzterer darf der Bräutigam auch endlich einmal in den Mustertopf greifen.
Die Angehörigen tragen je nach Verwandtschafts- oder Bekanntschaftsgrad und unter Berücksichtigung der Kimonofaktoren festliche Kimono mit 3-5 Kamon.

Wahl des Kimono: Hômongi (by V.Nagata)

Auswahl des Kimono – Hômongi

Zu Besuchszwecken wird die Auswahl des Kimono auf einen Hômongi fallen. Dieser verfügt an bestimmten Stellen über ein unaufdringliches, aber elegantes Muster.
Sie möchten zu einem Straßenfest im Sommer? Mit einem großflächig gemusterten Baumwollkimono, einem Yukata, liegen Sie dann richtig.

Zur Beerdigung trägt man Mofuku, das ist die traditionelle Trauerkleidung. Sowohl der Kimono als auch Obi, Zôri und Accessoires sind in Schwarz gehalten. Nur die Tabi dürfen weiß sein. Der Verstorbene wird in einen uni-weißen Kimono gekleidet. Dies ist übrigens der einzige Kimono, der rechts über links geschlossen wird!

Mehr dazu hier: Welche Kimono-Arten gibt es?

Sommer oder Winter?

Die Jahreszeit bestimmt – vor allem bei Frauenkimono gut sichtbar – die Grundfarbe und das Muster / Dekor des Kimono. So empfehlen sich für den Winter / Frühling Pflaumenmotive, für den Frühling ein Kirschblütendekor, für den Herbst Chrysanthemen. Im Winter zeigt man gerne Pinienzweige und Bambus.

Beispiele für Jahreszeiten-Motive auf Kimono finden Sie hier…

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